Sportwartschulung powered by BAJA 300 POWERDAYS
Fast 100 wissbegierige Teilnehmer konnten am 19.02.2011 zur Sportwartschulung in Lauchhammer begrüßt werden. Ein Rallyeauto fährt mit Top Speed über die Wertungsprüfung, der Fahrer verliert die Kontrolle über sein Einsatzgerät und prallt gegen einen Baum. WAS NUN?
Um für solch einen Ernstfall bestens vorbereitet zu sein, wurde in den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Lauchhammer den Sportwarten der Streckensicherung ein in Deutschland einzigartiges Schulungsprogramm angeboten. Unter Regie von Torsten Krautwald und Stephanie Richter, dem Rettungsarzt Dr.med.Matthias Purfürst mit seinem Assistenten Alexander Kölling und dem Team der FRW – Motorsport e.V. wurde unter anderem die Rettung aus dem Rallyewagen von Carsten Mohe geprobt. Weiterhin stand auf dem Stundenplan der Teilnehmer die Aneignung von wichtigen Punkten aus dem Reglement und der Umgang mit HANS. Das auch die pure Theorie eine fesselnde Seite hat bewies unser Referent Friedrich Goldstein, der durch seine langjährige Erfahrung als Rallyeleiter der ADAC Vogelsbergrallye für den ein oder anderen „Aha“- Effekt bei den Teilnehmern sorgte. Als weiterer Trainingspart wurde unter fachmännischer Anleitung das Löschen an der Feuersimulationsanlage für den Ernstfall durchgeführt. Die Sportwarte üben bei diversen Großveranstaltungen, wie den BAJA 300 POWERDAYS eine wichtige Kernfunktion aus. Ohne die vielen engagierten ehrenamtlichen Marshals können solche Events nicht stattfinden. Diese Ausbildung hat unter anderem den positiven Nebeneffekt, dass die Teilnehmer bei Unfällen im öffentlichen Straßenverkehr oder im privaten Bereich sofort notwendige Hilfe leisten können. Egal ob es eine Unfallstelle auf einer dunklen Landstraße abzusichern gilt, ein Feuer gelöscht oder Erste Hilfe geleistet werden muss. Dies sind alles Fähigkeiten, die unsere Sportwarte bei der Schulung gelernt und verinnerlicht haben.
Auch neueste Entwicklungen aus der Sicherheitstechnik wurden den Teilnehmern näher gebracht. Stand21 hat Overall, Helm, Hans System und Feuerfeste Racewear angeliefert, um den Sportwarten einen Einblick in Materialien und dem Umgang bei der Bergungen zu geben. Ein Highlight war eine neu entwickelte Kopfhaube. Diese ermöglicht dem Rettungspersonal den Helm ohne Druck auf das Genick abzunehmen. „Höchste Qualität, einfach und effektiv muss alles sein“, so der Chef von Stand21 Yves Morizot, der sich bei allen Motorsportarten weltweit mit seinem Team und Produkten einen Namen gemacht hat. Die französische Firma ist führend mit Sicherheitstechnik für den Motorsport, ob Formel 1, NASCAR, Rallye Weltmeisterschaft oder Dragster fast alle namhaften Fahrer haben Stand21 als Partner.
Unzählige Sportwarte sind Wochenende für Wochenende auf verschiedensten Motorsportveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet an den Wertungsprüfungen im Einsatz. Meistens ohne groß wahrgenommen zu werden, aber mit höchsten Einsatz, stärken Sie den Motorsport, der ohne Sie nicht möglich wäre.
Armin Schwarz:„Ich habe schon immer den Einsatz der Jungs und Mädels bei Wind und Wetter bewundert und mich einfach sicher gefühlt, wenn ich auf einer Sonderprüfung am Limit gefahren bin. Mir ist es ein Anliegen, dass die Sportwarte optimal geschult an der Strecke stehen. Besonders an ungünstig gelegenen Stellen kracht es häufig. Gerade bei Fahrzeugbränden, wie wir sie letztes Jahr leider des Öfteren in Deutschland hatten, ist beherztes, routiniertes Arbeiten der Sportwarte mitunter lebensrettend. Hier ist das perfekte Zusammengreifen der Rettungskette, bestehend aus den Sportwarten der Streckensicherung, über WP Leitung zu den Einsatzkräften der Feuerwehr und des medizinischen Personals gefragt. Da zählt unter Umständen jede Sekunde “.
„Zweck dieser Schulung war es den Sportwarten zu zeigen, dass eine bundesweite starke, gut ausgebildete Mannschaft von Marshals einen wesentlich höheren Stellenwert bei den Veranstaltern genießt. Gerade für den Rallyesport ist dies sehr wichtig“, meint hierzu Torsten Krautwald, der schon seit vielen Jahren Rallyes absichert und Sportwarte für Veranstalter koordiniert. „Es wird immer schwerer fähige Leute zu finden, die Ihre Freizeit für den Motorsport opfern“. Das weiß er nur zu gut. „Die Sportwarte haben keinen bundesweiten Verband, in dem Sie organisiert sind. In anderen Ländern, wie z.B. Großbritannien sind funktionierende Strukturen schon längere Zeit erfolgreich vorhanden. Es wäre eine große Herausforderung, so etwas in Deutschland umzusetzen. Die Idee habe ich schon verinnerlicht. Es bedarf jedoch noch einiger Zeit der Ausarbeitung und des Feintunings, um damit werben zu können“.
All den Sportwarten, Helfern und Unterstützern dieser Schulung vielen Dank von der gesamten Powerdays Organisation.
Wir sehen uns spätestens zu den BAJA 300 POWERDAYS, welche vom 22. – 24. Juli 2011 in der Nähe von Leipzig stattfinden.
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